
Koh Phi Phi - Alles nur Party?
- Jay
- 4. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Bekannt ist die Insel aufgrund ihrer wilden Partys, vielen jungen Menschen und Tattoos. Aber ist es wirklich das, was Koh Phi Phi ausmacht?
Wir waren neugierig! Zudem hatten wir von genialen Tauchspots gehört, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Begegnung mit einem schwarzspitzen Riffhai prahlt.
Mit der Fähre düsten wir rüber. Ungefähr auf der Hälfte des Weges, hörten wir ein verändertes Motorengeräusch. Aus dem Tiefschlaf schoss der Mitarbeiter hoch, sprang an die Motoren und analysierte das Problem. Wärend der Fahrt, wechselten sie in einer faszinierenden Geschwindigkeit das Rotorenblatt. Was für ein Spektakel 😁 Fährenfahrten habe immer was Besonderes.

Endlich angekommen kämpften wir drei uns den Weg zum Hotel durch. Die Insel ist voller kleiner Gassen. Überall roch es nach Essen, die Shops brummten und die schmalen Straßen waren voller Roller, Schubkarren und Menschen. Die Insel empfang uns mit offenen Armen.
Das Hotel lag etwas außerhalb auf dem Hügel. So hatten wir nachts unsere Ruhe, konnten aber in nur wenigen Gehminuten ins Getümmel eindringen.
Die Insel kannst du dir wie den Buchstabe "H" vorstellen. Die langen Striche links und rechts sind die unberührten, grünen und sehr felsenreichen Seiten der Insel. In der Mitte, das Verbindungsstück, sammelt sich das komplette Leben. Stellt man sich an die schmalste Stelle, sieht man sogar auf beiden Seiten das Meer.
Da man sich unmöglich einen Weg durch das dichte Gestrüb und über die Felsen zu einem anderen Strand bahnen kann, hat man auf der Insel 2 Haupstrände. Alles weiteren kann man mit dem Boot erreichen.
Hier klingeln die Kassen 😅 Da sich sonst alles geballt im Zentrum abspielt, ist das Gewusel groß, die Gassen schmal und das fahren mit den Rollern verrückt.
Ebbe und Flut spielen hier auf der Insel auch eine große Rolle. Mittags zieht es das Wasser fast aus der kompletten Bucht zurück.

Persönlich würde ich daher die Insel keinen Familien empfehlen. Und hier kommen wir schon zum Ruf der Insel. Ja, ich kann es nachvollziehen. Die Insel ist laut, wuselig und die Partymeile nachts sehr belebt. Was keine Abwertung ist. Es liegt ganz an den Vorlieben des Reisenden, ob die Insel sein Ding ist.
Denn an sich, hat sie wirklich schöne Ecken. Bietet viel Leben, Action und Tauchspots.
Unerwartete Highlights
Als wir gerade, nach einem Spieleabend und Bierchen, auf dem Heimweg waren liefen wir an einem Boxclub/Bar vorbei. Die Stimmung war aufgeladen und es bildete sich sogar eine Warteschlange um rein zu kommen. Was ist hier los? In dem Boxring in der Mitte der Bar, darf sich jeder der will anmelden und kämpfen. Egal ob erfahren oder nicht, Mann oder Frau und Jung oder Alt. Silvio war aufeinmal Feuer und Flamme. Ehe wir so richtig realisierten was geschah, stand Silvio in einer Kampfhose neben uns und machte sich warm. Er zog mutig in den Kampf gegen einen polnischen, 2 m großen Kampfsportler 😳 mein Herz blieb gefühlt stehen. Doch er gab alles. Hielt gegen an und erkämpfte ein unentschieden. Verrückt. Dabei waren wir doch eigentlich nur auf dem Heimweg 😂

Mutig wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, ein schwarzspitzen Riffhai zu sehen. Also buchten wir einen Tauchgang. Silvio ruhte sich nach seinem Kampf noch aus. Simon und ich zogen mit einer spanischen Tauchtruppe los. An diesem Tag war es leider sehr stürmisch. Früh morgens liefen wir mit einem Regenschirm zum Pier in der Hoffnung, dass es sich legte. Doch dem war nicht so. Das Boot kämpfte sich sein Weg durch die Wellen. Der Regen klatschte uns ins Gesicht. Der Sprung ins Wasser fühlte sich an, wie ein Sprung in die warme Badewanne 😁 Herrlich! Doch in diesen Tauchgängen wurde meine Skills unter Beweis gestellt. Durch den Wellengang mussten wir zügig abtauchen. Die Sicht war sehr getrübt. Die Strömung spürbar. Ich war sehr dankbar, Simon an meiner Seite zu haben. Durch unsere letzten Tauchgänge waren wir eingespielt und bauten aufeinander. Unser Instructer zog in einem Tempo durch das Wasser, wie ich es noch nie erlebt hatte. Vorbei mit dem Welpenschutz, jetzt wird alles ausgepackt was du gelernt hast. Wir sahen wunderschöne Fischschwärme, eine riesige Schildkröte und schwammen über große Würfelgerüste die extra zur Förderung von Korallen versenkt wurden. Einen Hai sahen wir leider nicht. Aber ich kann mit stolz sagen, ich habe meine Wassertaufe bestanden. Ich habe die Herausforderung gemeistert. Wer Interesse am Tauchen hat, dem darf ich persönlich meine Empfehlung mit geben: Genau so voll und laut wie in der Mitte der Insel, war es auch Unterwasser. Wäre ich ein Hai, würde ich mich nicht dort aufhalten wollen wo der dröhnende Lärm der Boote, das hasstige paddeln mancher unerfahrenen Taucher und das Gewusel durch die Masse an Tauchern herrscht. Für mich war es eine lehrreiche Erfahrung. Aber ich würde Koh Lipe, Koh Lanta oder Koh Tao als Tauchspots viel eher empfehlen.




Kommentare